XXIV. Symposion

Religiöse Erfahrung

Vom 08. bis 10. April 2016 findet an der Universität Rostock und an der Hochschule für Musik und Theater Rostock das jährliche Symposion der Gesellschaft für Neue Phänomenologie statt.

Sie finden das Programm auch hier als Download.

Tagungsorte

am Freitag:

Universität Rostock
Universitätsplatz 1, 18055 Rostock

Aula

am Samstag:

Hochschule für Musik und Theater Rostock
Beim St.-Katharinenstift 8, 18055 Rostock

Kammermusiksaal

Weitere Nachfragen zur Anreise können sie gerne an das Sekretariat der GNP stellen.

Tagungsgebühr

Eintritt frei. Eine vorherige Anmeldung ist nicht nötig.

Tagungsprogramm

Freitag, 08. April 2016

16.00 - 18.00 Uhr

Werkstattgespräch mit Prof. Dr. Hermann Schmitz (Kiel)

20.00 - 22.00 Uhr

Podiumsdiskussion
"Vom Nutzen und Nachteil der Religion für das Leben"

Teilnehmer:

Prof. Dr. Peter Sloterdijk, Karlsruhe (Philosoph)

Prof. Dr. Hermann Schmitz, Kiel (Philosoph)

Moderation:

Dr. Christian Bendrath, Aumühle bei Hamburg (Theologe)

Samstag, 09. April 2016

9.30 - 11.00 Uhr

Eröffnung der Tagung durch Prof. Dr. phil. Dr. h.c. mult. Hans Jürgen Wendel (Präsident der GNP)

Einführung in das Tagungsthema durch Dr. Christian Bendrath, Aumühle bei Hamburg

Prof. Dr. Hermann Schmitz, Kiel
"Der Zukunft der Religion"

11.00 - 11.30 Uhr

Pause

11.30 - 12.30 Uhr

Prof. Dr. Peter Sloterdijk, Karlsruhe
"Vom kollektiven Opferstress zur Poesie der Existenz.
Über die Emanzipation des Religiösen in der modernisierten
Gesellschaft"

12.30 - 14.00 Uhr

Mittagspause

14.00 - 15.00 Uhr

Dr. Maria Johanna Lauterbach, OCist, La Paz
"Ergriffen vom Göttlichen.
Ein Verständigungsversuch mit den Söhnen und
Töchtern der Moderne"

15.00 - 15.15 Uhr

Pause

15.15 - 16.15 Uhr

Dr. Robert Josef Kozljanič, München
"Naturästhetische Kontemplation und säkularisierte
religiöse Naturerfahrung heute"

16.15 - 16.45 Uhr

Pause

16.45 - 17.45 Uhr

Prof. Dr. Dr. Bernhard Uhde, Freiburg
"Plötzlich umstrahlte ihn ein Licht vom Himmel –
oder: Wann ist eine Erfahrung „religiös“?"

17.45 - 18.00 Uhr

Pause

18.00 - 19.00 Uhr

Dr. Hans Werhahn, Hamburg
"Religiöse Erfahrung"

Sonntag, 10. April 2016

9.00 - 10.00 Uhr

Prof. Dr. Gudula Linck, Freiburg
"'Vernimm es mit dem Atem' –
Religiöse Erfahrung in der chinesischen Meditation

10.00 - 10.30 Uhr

Pause

10.30 - 11.30 Uhr

Dr. Sven Sellmer, Poznań/Berlin
"Götter, Macht und Mächte in der vedischen Religion"

11.30 - 12.00 Uhr

Pause

12.00 - 13.00 Uhr

Michael Graf Münster, Frankfurt
"Klang der Seligkeit. Musik und religiöse Erfahrung am Beispiel des Luthertums"

Informationstext zum Tagungsthema

 

Jede Religion beansprucht Autorität als Richtschnur für die Führung menschlichen Lebens. Es fragt sich, wie dieser Anspruch begründet werden kann. Im Gespräch aus langer Tradition sind drei Begründungsversuche, die nicht befriedigen. Jahrtausendelang, unter dem Dach des Christentums bis zur Aufklärung, dominierte die Begründung durch eine kühne Metaphysik, die durch Verkündigung einer Offenbarung statt durch rationale Begründung gerechtfertigt wurde. Heute vermisst man die Legitimation einer solchen Rechtfertigung. Zweitens versteht man heute oft den Anspruch der Religion als den Versuch, die Menschen wegen letzter Fragen nach Tod, Schuld usw. durch Setzung von Antworten für das eigentlich Unbeantwortbare zu beruhigen. Dazu gehört die Ermutigung durch Hoffnung auf transzendente Erlösung. Schließlich geben Zyniker einen Nebeneffekt der Religion, die Bändigung der Untertanen durch ihr Gewissen statt durch Polizei, als deren Rechtfertigungsgrund aus.

Im Rückblick auf solche unzugänglichen Begründungen bleibt die Frage, ob es nicht auch eine spezifisch religiöse Erfahrung gibt, die den Menschen entweder direkt oder wenigstens als verstehbar zugänglich und geeignet ist, den Autoritätsanspruch der Religion für den von der Erfahrung Betroffenen zu rechtfertigen. Hierfür müssen Begriffe für Autorität und Religion im Licht einer allgemeinen Normenlehre gefunden werden. Hermann Schmitz hat dafür einen phänomenologischen Vorschlag gemacht. Frühere Versuche waren die psychologische Engführung von Schleiermacher, der Religion eine „Provinz im Gemüt“ zu reservieren, und die Aufdeckung einer gegenständlichen Atmosphäre des Numinosen durch Rudolf Otto. Die Tagung ist ein Forum für die Diskussion von Vorschlägen für die Legitimation von Autoritätsansprüchen von Religionen durch religiöse Erfahrung.