XXVIII. Symposion

Gewalt und Verletzbarkeit

Vom 16. bis 18. April 2021 findet das jährliche Symposion der Gesellschaft für Neue Phänomenologie auf digitalem Weg über den Videodienstanbieter "Zoom" statt. Das Programm zum Download finden Sie hier.

Wir bitten alle Interessenten, sich frühzeitig über das Sekretariat per Email anzumelden. Eine Tagungsgebühr wird nicht erhoben.

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich gerne an das Sekretariat der GNP.

 

Tagungsprogramm

 

Freitag, 16. April 2021

16.00-18.00 Uhr

Werkstattgespräch mit Prof. Dr. Hermann Schmitz

19.00-20.30 Uhr – Abendvortrag –

Eröffnung des Symposions und Einführung in das Tagungsthema durch Dr. Henning Nörenberg, Rostock

Prof. Dr. Walter Burger, Berlin

"Gewalt und das Böse. Eine Entdeckungsreise"

Samstag, 17. April 2021

10.00-11.00 Uhr

Prof. Dr. Hermann Schmitz, Kiel

"Gewalt als Hemmung und als Verletzung"

11.00-11.30 Uhr – Pause –

11.30-12.30 Uhr

Dr. Michael Uzarewicz, München

"Was ist Gewalt? Eine phänomenologische Begriffsbestimmung"

12.30-14.00 UhrMittagspause –

14.00-15.00 Uhr

Leyla Sophie Gleissner M.A., Paris/Wien

"Wie sprechen über Gewalt?"

15.00-15.15 Uhr – Pause –

15.15-16.15 Uhr

Dr. Sandra Kostner, Schwäbisch Gmünd

"Verletzbarkeit als gesellschaftspolitisches Machtinstrument"

16.15-16.45 Uhr – Pause –

16.45-17.45 Uhr

Dr. Steffen Kluck & Dr. Henning Nörenberg, Rostock

"Gewalt und Selbstwerdung"

Im Anschluss weitere Möglichkeit zum Austausch über Zoom

Sonntag, 18. April 2021

9.00-10.00 Uhr

Prof. Dr. Katrin Feldermann, Heidelberg

"Gewalt und Geschlecht. Geschlechterspezifische Überlegungen zu physischer Gewalt als Artikulationsform"

10.00-10.15 Uhr – Pause –

10.15-11.15 Uhr

PD Dr. Michael Staudigl, Wien

"Phänomenologie der Gewalt"

11.15 - 11.30 Uhr Pause

11.30- 12.30 Uhr

Dipl.-Psych. Petra Völz, Berlin

"Die Behandlung der Person nach Gewalterfahrungen"

Ende der Tagung –

 

Informationstext zum Tagungsthema

 

Was es heißt, Gewalt anzutun oder zu erleiden, meinen wir zu wissen. Aber was ist eigentlich Gewalt? Wenn man genauer hinsieht, ist die begriffliche Verwirrung groß. Es wird oft nicht unterschieden zwischen Gewalt und verwandten Phänomenen wie Zwang, Grausamkeit, Brutalität, Aggressivität, Schrecken, Schmerz, Terror, Macht, Herrschaft, Kränkung, Demütigung oder Verletzung. Und was heißt es, Gewalt zu erleiden? Was sind die Bedingungen von Verletzbarkeit? Wie ist es schließlich, Gewalt auszuüben? Und weshalb ist Gewalt in unserer Gesellschaft einerseits tabuisiert und steht andererseits doch im Mittelpunkt unserer mediengestützten Freizeitgestaltung (Computerspiele, Film und Fernsehen)? Ist Gewalt etwa eine "anthropologische Konstante"? Solche Fragen fordern eine phänomenologische Besinnung, um die wir uns auf der Tagung bemühen möchten.

Spezifisch phänomenologisch ist dabei besonders die Frage, was genau am Menschen von Gewalt betroffen ist. Üblicherweise denkt man vor allem an körperliche Gewalt, heute ergänzt man gerne noch psychische Gewalt. Die Tagung fragt dagegen weiterführend, wie leiblich die Erfahrung von Gewalt ist und ob es so etwas wie atmosphärische Gewalt gibt, die leiblich betroffen macht. All dies führt schließlich auf das Problem, wie weit der Gewaltbegriff gezogen werden sollte, was auch ethisch relevante Markierungen ins Spiel bringt. So meinen etwa manche, schon ein verweigerter Gruß sei Gewalt. Es kommt also ganz grundsätzlich darauf an zu fragen: Was ist alles Gewalt, was nicht?